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Die Drehorte sind abgehakt, der Ohrwurm aber bleibt

Milia Beach


Weil bei so einer Tour auch immer alle zu ihrem Recht kommen sollen, legt die „Poseidon“ an der Milia Beach einen Bade-Stopp ein. Dieser Stopp war auch ausdrücklich als solcher vorgesehen, das wussten wir. Da Susanne und ich aber keine so großen Badefans sind – vor allem nicht im Rudel –, gehen wir zwar auch mit von Bord, lassen den Strand aber schnell hinter uns.

Statt ins Wasser zieht es uns Richtung Wald, der direkt hinterm Strand beginnt. Kein „normaler“ Wald, fast schon ein Stück Urwald. Hier kann man fantastisch spazieren gehen. Das ist dann eher Susannes und meine Welt!

Aber das muss nun wirklich nicht sein: Irgend so ein Umweltfrevler hat hier seinen K70 entsorgt, der inzwischen – von Pflanzen überwuchert und längst vergessen – still vor sich hin rostet. Ich könnte mich ja darüber aufregen, aber irgendwie passt dieser stille, rostende Fremdkörper auf seltsame Weise auch in diesen verwunschenen Wald.

Auf dem Rückweg Richtung Strand entdecken wir zwischen den kahlen, sonnendurchglühten Böden immer wieder kleine Pflanzen, die sich erstaunlich hartnäckig ihren Platz erkämpfen. Das „Gras“ bleibt für mich botanisch ein Rätsel, und auch das vermeintliche „Veilchen“ sorgt für Diskussion: Ich bin mir zunächst ziemlich sicher, Susanne widerspricht jedoch entschieden – ein Veilchen sei das auf keinen Fall. Also bleibt es letztlich bei dem, was es am Ende ist: ein kleines, violettes Blümchen ohne Namen, das sich unbeirrt in die karge Landschaft einfügt.

Bald schon soll die „Poseidon“ wieder kommen. Am Strand durfte sie nicht ankern, deshalb ist sie – nachdem sie vor eineinhalb Stunden die Badegäste hier aussteigen ließ – wieder aufs Meer hinausgefahren. Jetzt heißt es warten. Am schattenlosen Strand ist es brütend heiß. Susanne versucht im Sand neben einem Rettungsboot etwas Schatten zu finden, Finn möchte – seit er von „Braunfischen“ (anderer Name für Schweinswale) gehört hat, doch lieber noch etwas in der Sonne liegen.

Genau um halb sechs läuft die „Poseidon“ ein. Der letzte Abschnitt unserer grandiosen Mamma-Mia-Tour beginnt. Auch wenn wir keine Delfine gesehen haben, kann ich diese Tour nur jedem empfehlen. Aber einen Rat möchte ich mitgeben: Nehmt Taschentücher mit. Die Fahrt ist so kitschig, emotional und schön, dass man sich diesem Gefühl einfach hingeben sollte.

Rückfahrt nach Skiathos


Auf der Heimfahrt starren wir noch immer aufs Meer, aber Delfine sehen wir auch jetzt leider keine.

Stattdessen werden wir von unzähligen Möwen begleitet, die sich sicher fragen, was da unten auf der Schlager-Barke denn so abgeht.

Abendessen in Skiathos


Das war ein wunderschöner erster Tag, aber auch anstrengend. Das merken wir erst so richtig, als wir in Skiathos-Stadt ankommen. Der Magen hängt auf halb acht. Die „Happy-hour-Animateure“ der Touristenlokale mit ihrem „Happy hour, Sir. Special price.“ nerven. Deshalb lassen wir sie alle links liegen und gehen in ein vergleichsweise einfaches Restaurant. Es ist das Restaurant von Eleni. Hier gibt es Thunfischsalat (von einheimischem Thun?) sowie Tzatziki und Brot. Das schmeckt super, super lecker!

Mamma Mia überall


Die Mamma-Mia-Tour ist zwar schon lang zu Ende, aber noch immer habe ich all die Lieder im Ohr, „Super Trooper“, „Lay all your love on me“ usw., usw. Aber auch wenn sich der Ohrwurm mal nicht bewegt, wird man in Skiathos „Mamma Mia“ nicht los. Dreimal pro Woche läuft der Film im Open-Air-Kino in der Papadiamantis-Straße, seit nunmehr neun Jahren!

Rückweg zum Hotel


Komplett zufrieden machen wir uns – natürlich zu Fuß – auf den Weg zurück zum Hotel. Den Weg kennen wir ja und eine halbe Stunde gehen zum Tagesausklang tut uns sicher auch gut.

An der Verbindungsstraße gings mit dem Gehen ja noch einigermaßen eben, aber jetzt die letzten 200 Meter den Weg und dann noch die 32 Stufen hoch zum Hotel, da merkt man dann schon noch die 272 Stufen der Mamma-Mia-Hochzeitskapelle in den Waden.

Romantischer Abend im Hotel


Gegen 21:00 Uhr sind wir endlich da. Der Auftakt des Urlaubs war grandios, das Hotel ist super und die Mamma-Mia-Tour hat wirklich alles übertroffen. Jetzt, wo wir – ganz allein – auf der Terrasse sitzen, liegt der Vollmond hell überm Wasser und rundet den Abend perfekt ab. Da bietet es sich doch an – obwohl ich sonst eigentlich Bier trinke – den Abend bei einem Gläschen Wein ausklingen zu lassen.

Schon leicht angeheitert und wahrscheinlich deshalb auch viel sentimentaler als sonst, fällt uns dann auf, dass sowohl die Weingläser als auch der Vollmond dieselbe Form haben – alles rund, ruhig und irgendwie vollkommen. Nüchtern betrachtet klingt das sicher ziemlich kitschig, aber jetzt, in diesem Moment kommt es mir wie eine erstaunlich tiefe Erkenntnis vor.

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